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In
Chiang Mai, der faszinierenden Hauptstadt Nordthailands, sind wir zu
Besuch bei Silberschmieden und Schirmmachern. Auf dem Nachtmarkt floriert
das Geschäft. Die Tempelanlagen locken mit Geschichte.
Im Silberschmiedezentrum von Chiang sind junge Thailänderinnen, klein und
zierlich, am Werk. Unter ihren zarten und unendlich geschickten Fingern
entstehen die kostbarsten Silberarbeiten, von ziselierten Ringen und Schalen
bis zum hauchzarten Silberschmuck.
Handwerksbetriebe, in denen vom ersten bis zum letzten Schritt alles in
einem Betrieb abläuft, gibt es in Chiang Mai auch in anderen Branchen.
Am
interessantesten für uns ist der Besuch bei den Schirmmacherinnen in Bo
Sang, einem kleinen Dorf am Stadtrand gelegen, das sich im Laufe der Zeit
einen Ruf als Schirmmacherzentrum erworben hat. Hier wird aus dem Holz des
Sa-Baumes Papier hergestellt, handgeschöpft, gepresst, getrocknet. Aus
Bambusstäben fertigen die Arbeiterinnen Stäbe und Speichen an, die das
Gestell der großen und kleinen Schirme ergeben. An anderer Stelle wird das
in mehreren Schichten aufgebrachte Papier zurecht geschnitten und dann bunt
bemalt.
Typisch für das besonders freundliche Entgegenkommen der Arbeiterinnen in
einem dieser Betriebe ist es, auf unsere Kameras freihändig Motive
aufzumalen, die sonst auf Schirme oder Fächer aufgebracht werden. In wenigen
Minuten fertig haben wir dann noch eigenhändig signierte Kunstwerke auf
unseren Apparaten, für umgerechnet etwa 25 Euro-Cent!
Vieles, was in diesen Werkstätten entsteht, wird auf den
Touristenmärkten, wie dem Nachtmarkt in Chiang Mai, verkauft, manches
allerdings ist auch für den Export bestimmt, vor allem nach Nordamerika,
Australien und Europa.
Diesen
Nachtmarkt in der Chang Klan Road zu besuchen ist ein Muss für die
Touristen, die in die "Rose des Nordens" kommen, wie Thailands zweitgrößte
Stadt, im Grenzdreieck von
Thailand, Burma und Laos gelegen, gerne genannt wird. Alltäglich werden
gegen Abend in dem mehrstöckigen Gebäude im Zentrum der Stadt die
Verkaufstische aufgebaut, auf denen meist speziell für Touristen
angefertigte Ware feilgeboten wird, vom beinahe echten Lacoste-Hemd bis zu
Lackdosen.
Wenn wir einen echten Markt erleben wollten, auf dem die Hausfrauen von
Chiang Mai einkaufen, müssten wir Gummistiefel anziehen, meint Moogda,
unsere charmante Stadtführerin. Natürlich ist das eine nette Übertreibung,
tatsächlich aber verirren sich so gut wie nie Fremde auf diesen unmittelbar
am Ufer des
Mae Hong Son Flusses gelegenen Markt. Noch bis vor wenigen Jahren wurden
die Waren mit Flussbooten hier angelandet, und wenn der Mae Hong Son
Hochwasser führte, konnte es vorkommen, dass die Marktstände schwammen.
Die Augen gehen uns über angesichts des Warenangebotes, das in den oft
dunklen Ecken des weitläufigen Marktes aufgebaut ist. Von importierter Ware,
die aus aller Herren Länder kommt, bis zum würzigen Zitronengras, ohne das
eine
thailändische Hühnersuppe nicht denkbar ist, und zur
berühmt-berüchtigten "Königin der Früchte", der stachlig-stinkenden, aber so
wohlschmeckenden
Durian, kann man hier alles kaufen.
Chiang Mai, mitunter als schönste Stadt Thailands apostrophiert, ist
nicht nur bedeutsames Zentrum von Handwerk, Handel und Industrie, sondern
auch berühmt für seinen Reichtum an alten Tempeln. Dabei bringt es die Nähe
zu Burma mit sich, dass manche Tempel in Chiang Mai so ganz anders aussehen
als im übrigen Thailand. So macht Moogda uns manchmal auf grimmig blickende
Löwengestalten aufmerksam, die die Tempel bewachen. Bei anderen Anlagen
fallen sofort die burmesischen Pagoden auf. Mitte des 14. Jahrhunderts wurde
die Stadt als Hauptstadt des Königreiches der Lan-na gegründet, und manche
Tempelanlagen haben sich noch aus dieser Zeit erhalten.
Für den Abend verspricht Moogda uns etwas Besonderes, sie führt uns ins
"Old Chiang Mai Cultural Center". Ein wenig ungewohnt und offen gesagt auch
unbequem ist es für uns schon, dass wir uns zum Essen auf dem Boden
niederlassen müssen. Aber das gehört zum "Khantoke-Dinner", das uns serviert
wird. Dabei bekommen wir Kostproben der typischen Küche der
nordthailändischen Bergvölker vorgesetzt.
Mitten hinein in die Kultur der Völker, die heute noch nach ihren alt
hergebrachten Regeln in den Bergen an der Grenze zu Burma und Laos leben,
führen die Tänze, die von jungen Frauen und Männern aus verschiedenen
Stämmen in den jeweiligen Festtrachten aufgeführt werden. |