Thailand bleibt weltgrösster Reisexporteur

Starker Anstieg bei Ausfuhrmengen und Ertrag

Thailand hat im vergangenen Jahr seine Stellung als weltgrösster Exporteur von Reis weiter ausgebaut und einen Rekordertrag aus diesen Ausfuhren verbuchen können. 2005 wird auf dem Weltmarkt die Nachfrage nach Reis das Angebot übersteigen

Thailand hat im vergangenen Jahr mit einer Menge von 10,13 Mio. t mehr Reis denn je zuvor ausgeführt und damit seinen Status als weltgrösster Exporteur dieses wichtigen Grundnahrungsmittels beibehalten. Seine Ausfuhren machten rund 39% der auf dem Weltmarkt gehandelten Menge von 25,8 Mio. t aus. Das geht aus Angaben hervor, die das Aussenhandelsdepartement des Handelsministeriums in Bangkok Ende letzter Woche veröffentlicht hat. Demnach hat der Reisexport dem Königreich im letzten Jahr 109 Mrd. Baht (rund 2,73 Mrd. $) eingebracht. Volumenmässig sind die Reisausfuhren im Vergleich zu 2003 um 35%, wertmässig sogar um 49% gestiegen. Der qualitativ weltweit am höchsten eingestufte und deshalb auch teuerste Reis, Jasminreis, machte 22% der exportierten Menge und mit 890 Mio. $ 33% der für die Reisausfuhren gelösten Deviseneinkünfte aus. Dank dem während des letzten Jahres für Reisexporteure günstigen Verhältnis von Angebot und Nachfrage auf den Weltmärkten stieg auch der gelöste Durchschnittspreis für alle von Thailand ausgeführten Qualitäten um 11% von 242 $ pro Tonne auf 269 $/t an.

Sinkende Ausfuhren Indiens

Gemäss ebenfalls dieser Tage vom amerikanischen Landwirtschaftsdepartement veröffentlichten Daten stand letztes Jahr wie schon 2003 erneut Vietnam mit Reisausfuhren von 4,2 Mio. t auf Platz zwei der Rangliste der Exporteure, gefolgt von den USA mit 3 Mio. t. Indien hingegen, dessen Ausfuhrmenge bereits von 6,9 Mio. t im Jahr 2002 auf 4 Mio. t während 2003 abgesunken war, stieg mit nur noch 2,8 Mio. t letztes Jahr auf Rang vier ab, gefolgt von Pakistan mit 1,8 Mio. t. Mit je 1,3 Mio. t eingeführten Reises nahmen Nigeria und Saudiarabien letztes Jahr die Spitzenplätze unter den Importeuren ein, gefolgt von den Philippinen, vom Irak und von China mit je 1,1 Mio. t. Daran schliessen die EU-25-Länder mit gesamthaft 1 Mio. t und rund ein Dutzend weitere Länder mit importierten Mengen von zwischen 0,9 und 0,4 Mio. t an. Nigeria ist noch vor Südafrika Thailands grösster Einzelabnehmer von Reis. China spielte in der Reis-Welthandelsstatistik erneut seine traditionelle Sonderrolle: Es exportiert (letztes Jahr rund 0,8 Mio. t) qualitativ hochstehenden, teuren Reis, um im Gegenzug mit dem Ertrag die Einfuhr grösserer Mengen billigen Reises finanzieren zu können.

Anstieg der Weltmarktpreise zu erwarten

Bezüglich der Weltmarktentwicklung für Reis im Jahr 2005 stimmen die thailändische und die amerikanische Einschätzung weitgehend überein: Die weltweite Produktion wird mengenmässig hinter dem Konsum herhinken. Dieser wird also mit dem Abbau von - in einigen Ländern grosszügigen - Vorratslagern gedeckt werden müssen. Namentlich in Thailand selber zeichnet sich bereits jetzt ein Produktionsrückgang ab, weitgehend infolge des letztes Jahr ungewöhnlich frühen Endes der Regenzeit. In weiten Teilen Zentral- und Nordostthailands blieben die Niederschläge bereits von September statt erst von Ende November an aus. Weil der Reis bekanntlich den «Kopf in der glühenden Sonne und die Füsse im Wasser» haben will, hat das in 46 der landesweit 78 Provinzen zu schlechten oder gar Missernten geführt. Der Eigenbedarf an Reis wird zwar auch 2005 mehr als gedeckt werden können, doch dürften die Ausfuhren mengenmässig auf 8,5 Mio. t absinken. Wie sich dies im Devisenertrag niederschlägt, hängt davon ab, welche der anderen Exporteure zu welchen Preisen in die Bresche springen werden.

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