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Thailand
hat im vergangenen Jahr mit einer Menge von 10,13 Mio. t mehr Reis denn je
zuvor ausgeführt und damit seinen Status als weltgrösster Exporteur dieses
wichtigen Grundnahrungsmittels beibehalten. Seine Ausfuhren machten rund 39%
der auf dem Weltmarkt gehandelten Menge von 25,8 Mio. t aus. Das geht aus
Angaben hervor, die das Aussenhandelsdepartement des Handelsministeriums in
Bangkok Ende letzter Woche veröffentlicht hat. Demnach hat der Reisexport
dem Königreich im letzten Jahr 109 Mrd. Baht (rund 2,73 Mrd. $) eingebracht.
Volumenmässig sind die Reisausfuhren im Vergleich zu 2003 um 35%, wertmässig
sogar um 49% gestiegen. Der qualitativ weltweit am höchsten eingestufte und
deshalb auch teuerste Reis, Jasminreis, machte 22% der exportierten Menge
und mit 890 Mio. $ 33% der für die Reisausfuhren gelösten Deviseneinkünfte
aus. Dank dem während des letzten Jahres für Reisexporteure günstigen
Verhältnis von Angebot und Nachfrage auf den Weltmärkten stieg auch der
gelöste Durchschnittspreis für alle von Thailand ausgeführten Qualitäten um
11% von 242 $ pro Tonne auf 269 $/t an.
Sinkende Ausfuhren Indiens
Gemäss ebenfalls dieser Tage vom amerikanischen
Landwirtschaftsdepartement veröffentlichten Daten stand letztes Jahr wie
schon 2003 erneut Vietnam mit
Reisausfuhren von 4,2 Mio. t auf Platz zwei der Rangliste der Exporteure,
gefolgt von den USA mit 3 Mio. t. Indien hingegen, dessen Ausfuhrmenge
bereits von 6,9 Mio. t im Jahr 2002 auf 4 Mio. t während 2003 abgesunken
war, stieg mit nur noch 2,8 Mio. t letztes Jahr auf Rang vier ab, gefolgt
von Pakistan mit 1,8 Mio. t. Mit je 1,3 Mio. t eingeführten Reises nahmen
Nigeria und Saudiarabien letztes Jahr die Spitzenplätze unter den
Importeuren ein, gefolgt von den Philippinen, vom Irak und von China mit je
1,1 Mio. t. Daran schliessen die EU-25-Länder mit gesamthaft 1 Mio. t und
rund ein Dutzend weitere Länder mit importierten Mengen von zwischen 0,9 und
0,4 Mio. t an. Nigeria ist noch vor Südafrika Thailands grösster
Einzelabnehmer von Reis. China spielte in der Reis-Welthandelsstatistik
erneut seine traditionelle Sonderrolle: Es exportiert (letztes Jahr rund
0,8 Mio. t) qualitativ hochstehenden, teuren Reis, um im Gegenzug mit dem
Ertrag die Einfuhr grösserer Mengen billigen Reises finanzieren zu können.
Anstieg der Weltmarktpreise zu erwarten
Bezüglich der Weltmarktentwicklung für Reis im Jahr 2005
stimmen die thailändische und die amerikanische Einschätzung weitgehend
überein: Die weltweite Produktion wird mengenmässig hinter dem Konsum
herhinken. Dieser wird also mit dem Abbau von - in einigen Ländern
grosszügigen - Vorratslagern gedeckt werden müssen. Namentlich in Thailand
selber zeichnet sich bereits jetzt ein Produktionsrückgang ab, weitgehend
infolge des letztes Jahr ungewöhnlich frühen Endes der Regenzeit. In weiten
Teilen Zentral- und Nordostthailands blieben die Niederschläge bereits von
September statt erst von Ende November an aus. Weil der Reis bekanntlich den
«Kopf in der glühenden Sonne und die Füsse im Wasser» haben will, hat das in
46 der landesweit 78 Provinzen zu schlechten oder gar Missernten geführt.
Der Eigenbedarf an Reis wird zwar auch 2005 mehr als gedeckt werden können,
doch dürften die Ausfuhren mengenmässig auf 8,5 Mio. t absinken. Wie sich
dies im Devisenertrag niederschlägt, hängt davon ab, welche der anderen
Exporteure zu welchen Preisen in die Bresche springen werden. |